Postsecular Lab
Der Begriff des „Postsäkularen“ wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 breiter rezipiert. Mit ihm artikulierte der Philosoph Jürgen Habermas die Konsequenzen der Einsicht, dass Religionen trotz fortschreitender Säkularisierung nicht einfach verschwinden. Damit stellten sich grundlegende neue Fragen: War die Säkularisierung ein europäischer Sonderweg, der zeitweise mit einer globalen Entwicklung verwechselt wurde? Wie eng hing das verbreitete Säkularisierungsverständnis mit der Geschichte des (protestantischen) Christentums zusammen? Welche Folgen hat die Relativierung des Säkularisierungsnarrativs für interreligiöse Beziehungen? Mit einem Wort: Was ändert sich, wenn die Religionen bleiben?
Ein Ort, an dem diese Fragen bearbeitet werden, ist das Postsecular Lab (PL). Das PL ist eine betont praxisorientierte, experimentelle sowie inter- und transdisziplinär angelegte Lehrveranstaltung. Es ist im Studiengang Interreligiöse Studien verankert. Zu den inhaltlichen Zielen zählen die Orientierung im interdisziplinären Forschungsfeld der Postsecular Studies sowie die Erweiterung interreligiöser Fragestellungen durch die explizite Berücksichtigung und kritische Reflexion säkularer Perspektiven. Zu den praktischen Zielen gehören insbesondere der Erwerb von Kompetenzen in Gesprächsführung und Interviewtechnik, in der Moderation von Diskussionen sowie in der Erstellung und Nachbereitung von Blogbeiträgen.
Die im Rahmen des Postsecular Lab entstehenden Podcast-Folgen werden auf der Seite https://interrelblog.unibe.ch/ veröffentlicht.