Berichte

Nach fünf Semestern Vakanz konnte zum 1.8.2018 die Professur für Systematische Theologie/Ethik (Nachfolge Prof. Torsten Meireis) besetzt werden. Wir heissen Dr. Mathias Wirth als neuen Kollegen herzlich am IST willkommen, wo er nun eine Assistenzprofessur mit tenure track innehat. Wirth, 1984 in Köln geboren, hat mit einer preisgekrönten Arbeit über «Distanz des Gehorsams. Theorie, Ethik und Kritik einer Tugend» (Tübingen 2016) in Hannover promoviert und forschte zuletzt mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Divinity School der Yale University. Und es gibt weitere erfreuliche Personalia zu berichten: Am Ende des FS 2018 wurden PD Dr. Luca Di Blasi zum Assoziierten Professor und PD Dr. Christoph Sigrist zum Titularprofessor ernannt. Am 30.4.2018 verteidigte Melanie Werren ihre Doktorarbeit über «Würde und Demenz. Grundlegung einer Pflegeethik anhand der Würde von Menschen mit Demenz» (summa cum laude). Werren wird nun auf eine PostDoc-Stelle (Ethik) wechseln. Auch kam der Vorschlag für die diesjährige Ehrenpromotion aus dem IST. Matthias Käser-Braun erhielt im Oktober 2017 die Fakultätspreise für das beste Masterexamen und die beste Masterarbeit, die inzwischen als Band 5 in der tvz-Reihe «reformiert!» erschienen ist (siehe Buchpublikationen). Cristina Betz ist zum 1.8.2018 auf die Assistenz von David Plüss am IPT gewechselt, gehört aber weiterhin als Doktorandin im SNF-Projekt «Tod und Gender» zum IST.Innerhalb des IFK-Forschungsprojekts «Religious Conflicts and Coping Strategies», das am 1.3.2018 startete, leitet Prof. Luca Di Blasi das Teilprojekt «Unvernehmen zwischen den Religionen» und kooperiert dabei mit Prof. Xinzhang Zhang/China. Dr. Elad Lapidot/Berlin arbeitet als PostDoc in diesem Projekt mit.Unter Leitung von Dominik von Allmen fand am 24./25.5.2018 ein sehr anregendes Doktorats-Symposion mit dem Titel «Wie hast du’s mit der Wahrheit?» statt, bei dem neben Doktorierenden auch Prof. Martin Doll/Düsseldorf, B. Gaus/taz Berlin, Prof. Franz Gruber/Graz, Prof. Andreas Krebs/Bonn; PD Hans Lichtenber-ger/Schlangenbad, Prof. Joachim Negel/Fribourg und Joulia Strauss/Berlin/Athen mitwirkten.Am 4.6.2018 erfreute sich die Vernissage der ersten fünf Bände der von Mitgliedern des IST hrsg. tvz-Reihe «reformiert!» eines großen und sichtlich vergnügten Auditoriums. Den Festvortrag «Reformierte Theologie – quo vadis?» hielt Prof. Michael Welker aus Heidelberg/Princeton.

Trotz der anhaltenden Vakanz der Ethik­Professur war das akademische Jahr 2016/17 für das IST in vieler Hin­sicht ertragreich. Neben neun Buchpublikationen gab es folgende Veranstaltungen: Die wieder in Kooperati­on mit RefBeJuSo und SEK organisierte Ringvorlesung im FS 2017 «Unsere grossen Wörter. Reformatorische ReVisionen», die als Bd. 7 der tvz­Reihe «reformiert!» 2018 erscheinen wird, besuchten bis zu 120 Hörerinnen. Auch der Studientag «Sola scriptura? – oder: Steht die Kirche noch auf der Schrift?» am 24. April 2017 stiess auf reges Interesse unter Studierenden wie Pfarrern. Vom 18. bis 22. April 2017 führte die Dozentur für Diakoniewissenschaft gemeinsam mit PD Dr. Johannes Klein eine Studienwoche in Hermannstadt (Rumä­nien) zum Thema «Biblisch­ diakonisches Nachdenken im Kontext des Anderen/Fremden» mit Studierenden aus Bern und Hermannstadt durch. 2016 gründete die Dozentur die digitale Open­acess­ Zeitschrift Jahrbuch Diakonie Schweiz (JDS) (www.bop.unibe.ch/index.php/JDS).Als Forschungsprojekt in der Dogmatik sind u.a. eine kritische Edition und ein Kommentar zu Karl Barths Einführung in die evangelische Theologie (ausserhalb der Barth­GA) in Arbeit. Am 4. /5. April 2017 fanden die Probevorträge zur Wiederbesetzung der Ethik­Professur (Nachfolge Thorsten Meireis) statt; mit einer Wiederbesetzung der Stelle ist zum FS 2018 zu rechnen. PD Dr. Luca Di Blasi, PD Dr. Alexander Heit, Prof. em. Dr. Wolfgang Lienemann, Prof. Frank Mathwig und Ass. Melanie Werren haben für ein vielfältiges Ethik­Lehrangebot in der Vakanzzeit gesorgt. PD Dr. Luca Di Blasi hat sich mit dem Projekt «Dis­agreement Between Religions. Epistemology of Re­ligious Conflicts» am Teilprojektantrag «Religion in conflicts and coping strategies» im Rahmen der Inter­fakultären Forschungskooperation (IFK) beteiligt. Nach seiner Rückkehr von einem Fellowship am Center of Theological Inquiry (CTI) in Princeton/NJ, USA, hat Dr. Andreas Losch bei der cogito Foundation eine ein­jährige Stelle (ca. 75%) für sein neues Projekt «Ethik der Planetaren Nachhaltigkeit» eingeworben. Forscher­innen aus 14 Universitäten und Weltraumagenturen unterstützen das Projekt. Dr. Simon Hofstetter wurde mit dem Alternsforschungspreis 2016 des Stiftungs­rats der Seniorenuniversität Bern ausgezeichnet. Prof. Matthias Zeindler nimmt als Delegierter des SEK in der Steuergruppe Karl­Barth­Jahr 2018/2019 (Refor­mierter Bund/EKD/SEK) teil. Die Assistenz von Melanie Werren konnte um das HS 2017, in dem sie ihr Pro­motionsverfahren abschliessen wird, verlängert wer­den. Auf der Dogmatik­Assistenz gibt es einen Wechsel von Dominik von Allmen, der zum 1. August 2017 sein Vikariat angetreten hat, zu Matthias Käser­Braun. Mit­glieder des IST hielten zudem zahlreiche ausseruniver­sitäre Vorträge und Seminare im Rahmen des Reforma­tionsjubiläums und wirkten an SRF­Radiosendungen mit.

Das IST blickt auf ein akademisches Jahr mit zahlreichen personalen Veränderungen zurück: Am 27. Oktober 2015 hielt Dr. Luca Di Blasi seinen Habilitationsvortrag zum Thema «Unschweigen. Über den messianischen Rest im Schriftverstummen». Seine Antrittsvorlesung im Mai 2016 trug den Titel «Der Zwerg, die Puppe und das Monster. Zur Religion der Philosophie in der Gegenwart». Prof. Dr. Torsten Meireis ist zum 1. April 2016 auf die Professur für
Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik / Wirtschaftsethik an der HU Berlin gewechselt. Er verabschiedete sich mit der Vorlesung «Wozu Ethik? Systematische als praktische Theologie». Im HS 2016 werden PD Dr. Alexander Heit, PD Dr. Luca Di Blasi und Prof. Dr. Frank Mathwig neben Ass. Melanie Werren für ein ansprechendes Ethik-Lehrangebot sorgen. Dr. Stephan Jütte ist zum 1. April 2016 in die Evangelisch-reformierte Landeskirche des
Kantons Zürich gewechselt. Dem IST bleibt er weiterhin als Habilitand verbunden. Neuer Dogmatik-Assistent ist Dominik von Allmen. Cristina Betz ist seit August 2016 Promovendin im SNF-Projekt «Tod & Gender» und hat daneben eine 15 %-Assistenz an der Dozentur für Diakoniewissenschaft inne. Prof. Dr. Andreas Krebs bleibt dem IST auch nach seiner Berufung an die Universität Bonn eng verbunden, etwa in der Co-Leitung des Ökumenischen Forschungskolloquiums und in gemeinsamen Buchprojekten. Am 4. Dezember 2015 beschäftigte sich die
Tagungsreihe des interdisziplinären Berner Arbeitskreises Ethics & Care mit der «Frage gerechtfertigter
Ungleichheit im Gesundheitswesen». Unter dem Titel «Reformation radikal» veranstaltete die Dozentur für Diakoniewissenschaft am 13. Mai 2016 in der Helferei Zürich eine Tagung, u. a. mit Prof. Dr. Ulrich Duchrow.
Im Rahmen des Strukturierten Doktoratsprogramms fand vom 19. bis 21. Oktober 2015 ein Symposion zum Thema «‹Die Zeit, die bleibt› – jetzt!» statt, an dem als auswärtige Referierende Dr. Francesca Brencio, Prof. Dr. Hans Martin Dober, Dr. Elad Lapidot, PD Dr. Hans P. Lichtenberger und Prof. Dr. Christian Strecker teilnahmen. Auf grosses Interesse stiess auch die Disputation mit Prof. Dr. Notger Slenczka über die Frage «Das Alte Testament – ein christliches Dokument?» am 16. Dezember 2016. Neben der wieder in Kooperation mit den Reformierten
Kirchen Bern-Jura-Solothurn und dem SEK im FS 2016 veranstalteten Ringvorlesung «Credo! Das Apostolikum in reformierter Perspektive mit ökumenischen Akzenten» erfreute sich der ST-Studientag zur Gottesrede in Theologie und Literatur reger Teilnahme. Vorübergehend hatte Torsten Meireis die theologische Begleitung des Projekts «Life
beyond our planet?» des Center for Space and Habitability (CSH) mit übernommen, in dem Dr. Andreas Losch eine Post-Doc-Stelle innehat. Ein Höhepunkt in dieser Zeit war die von über 300 Zuhörern besuchte Einweihung der
«Science & Religion Library» Bern durch den Nobelpreisträger und Präsidenten der Päpstlichen
Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Werner Arber (www.lifebeyondourplanet.unibe.ch).

Im Herbstsemester 2014 fanden eine Reihe ethischer Veranstaltungen statt. In Kooperation mit der Praktischen Philosophie (Prof. Betzler, Stepanians) konnte ein interdisziplinäres Oberseminar zur Politik- und Religionsphilosophie der US-amerikanischen Philosophin Martha Nussbaum angeboten werden, bei dem sich Nussbaum im Kontext eines Workshops auch selbst den Fragen der Studierenden stellte. Anlässlich einer interdisziplinären, internationalen friedensethischen Tagung, die in Kooperation mit dem Hamburger Institut für Theologie und Frieden (Dr. Koch) in Bern stattfand, wurde das gravierende Problem der Entwicklung autonomer, tödlicher Waffensysteme in theologisch-ethischer, philosophischer, völkerrechtlicher, technischer und politologischer Perspektive erörtert. Die interdisziplinäre Tagungsreihe des Berner Arbeitskreises Ethics & Care, der Fachpersonen aus reformierter und römisch-katholischer Ethik, Medizin, Pflege, Philosophie und Psychologie umfasst, beschäftigte sich im Dezember mit der Frage nach dem Umgang mit Fehlern im Kontext des Gesundheitswesens. Prof. Magdalene L. Frettlöh nahm ein Forschungssemester wahr. Dr. Luca Di Blasi, seit 2014 Religionsphilosoph am IST, wurde im Oktober 2014 für sein Werk «Der weisse Mann. Ein Anti-Manifest» der «GfM Best Publication Award Gender und Medien» der Gesellschaft für Medienwissenschaft verliehen.Die jährliche Ringvorlesung unter Federführung von Prof. Magdalene L. Frettlöh, Mathias Zeindler und Frank Mathwig sowie im Jahr 2015 mit David Plüss für das Kompetenzzentrum Liturgik beschäftigte sich im Frühjahrssemester 2015 mit der reformierten Sicht auf das Kirchenjahr. Für den von der Professur Dogmatik und Religionsphilosophie in Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn organisierten theologischen Studientag zur Frage nach der Bedeutung des Kreuzes und der Sühnopfertheologie konnte Prof. Werbick aus Münster gewonnen werden. Mit der ethischen Frage nach der Bedeutung der Demenzkrankheit im gesellschaftlichen und individuellen Kontext beschäftigte sich die von Ass. Melanie Werren (Professur für Ethik) veranstaltete und von der Mittelbauvereinigung geförderte interdisziplinäre und internationale Tagung «Demenz als Hölle im Kopf?».Dr. Christoph Sigrist, Dozent für Diakoniewissenschaft, erhielt im Juni 2014 auf Grund seiner Habilitationsschrift mit dem Titel «Kirchen Diakonie Raum» die venia legendi für das Fach Diakoniewissenschaft. Ass. Stephan Jütte (Professur für Dogmatik und Religionsphilosophie) wurde im Frühjahrssemester 2015 mit dem Prädikat summa cum laude zum Doktor der Theologie promoviert.